Dienstag, 24. Oktober 2017

Reformationstag – früher mit Kirchgang


Im Zeichen des Kreuzes stehen unsere christlichen Religionen. (Fotos: DiaPrw)


„Ein feste Burg ist unser Gott ...“ / Kirchenwechsel im Siegerland


24. Oktober 2017 (buJuw), Kurz bevor früher der Reformationstag anstand, der 31. Oktober, hieß es zu Hause in den evangelischen Familien schon: „Dann gehen wir in die Kirche“. So war es denn auch, weil es in der Schule für den Kirchgang frei gab. Meist mit den Müttern zogen wir Kinder dann - alle "sonntäglich" gekleidet -  in die nächstgelegene Kirche oder ins nahe Gemeindehaus. Das war für uns nicht ungewöhnlich, weil man in den 1950er- und -60er-Jahren ohnehin viel öfter zum Gottesdienst ging. So kannten es auch schon die Eltern, die früher ins Gemeindehaus oder in eine nahe Kirche zum Gottesdienst gegangen waren. Die Predigt drehte sich an diesem Tag vor allem um die 95 Thesen, die Martin Luther verfasst hatte. Das Höchste aber war stets, wenn das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ angestimmt wurde. Das kannte nahezu jeder und so erfüllten Gesang und Orgelbegleitung den Raum. Stimmungsvoll.

Im evangelischen Religionsunterricht in der Schule war die Reformation ein besonderes Thema. Da war der ehemalige in Eisleben geborene Mönch Martin Luther, der mit seiner Meinung zu den Lehren des damals üblichen katholischen Glaubens aufbegehrte. Vor allem der Ablasshandel war ihm ein Dorn im Auge. Mit einem Ablassbrief konnte man sich danach gegen Geld von Sünden freikaufen. Uns vermittelte man dazu der Erinnerung nach den Satz „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Damit hörten wir auch von einem Johann Tetzel, der unter anderem im Ablasshandel unterwegs war.





Martin Luther ist der Reformator. (Zeichnung: EdW nach Lucas Cranach)


Luther aber sah allein die Gnade Gottes, den Glauben an Jesus Christus, zur Vergebung der Sünden an. Andere, wie Johannes Calvin, hatten dazu eine andere Meinung. Calvin ging unter anderem davon aus, dass alles für den Menschen vorherbestimmt sei, Fleiß, Zucht und Ordnung zum gläubigen Menschenleben gehörten. Damit gab es mehrere dieser Reformatisten. Zu der Zeit waren das auch Philipp Melanchthon, Ulrich Zwingli und Thomas Müntzer. So haben wir Evangelischen es damals in der Schule erfahren.

500 Jahre Reformation und verständlicher Bibeltext
Einen entscheidenden Schnitt soll es am 31. Oktober 1517 gegeben haben. So wird das Aufhängen, der „Anschlag“, des Blattes mit den 95 Thesen von Martin Luther an das Portal der Schlosskirche in Wittenberg datiert. Neben anderem geht es darin um Buße und den Ablasshandel. Das wird in diesem Jahr, 2017, von evangelischen Christen in aller Welt gefeiert!

Damals kam danach eine unruhige Zeit. Im Religions- und im Konfirmandenunterricht erfuhren wir auch eine Reihe der Geschichten um Luther, wie zu Fegefeuer, zum Bann und zum Reichstag in Worms und dass er als „Junker Jörg“ zum eigenen Schutz in der Wartburg verbrachte. Dort soll er ein Tintenfass nach dem Teufel geworfen haben. Vor allem aber leistete er etwas Bedeutendes: Er übersetzte die Bibel in verständliches Deutsch; dort zuerst das Neue Testament, später fügte er das Alte Testament hinzu.  Das ermöglichte auch denen, die Bibel zu lesen oder sprachlich zu verstehen, die nicht Latein oder eine andere der alten Sprachen konnten. Eine große Veränderung. Damit waren die Menschen nicht mehr darauf angewiesen, von Theologen einzelne Bibelworte nach deren Gutdünken zu erfahren. Luther gebrauchte teils deftige, handfeste Ausdrücke, die das „Volk“ verstand. Noch heute sind die Wörter wie „Schandfleck“ und Redewendungen wie „Perle vor die Säue werfen“ und viele, viele mehr geläufig. In den damaligen kirchlichen Kreisen kam es ebenfalls nicht gut an, dass der ehemalige Mönch und Kirchenprediger Martin Luther die aus dem Kloster geflohene Nonne Katharina von Bora ehelichte.
Außer dem Lied "Eine feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen ..." schrieb Luther viele weitere Lieder, von denen zum Beispiel "Aus tiefer Not, oh Herr, schrei ich zu Dir ..." sehr bekannt ist. 


Alte Lutherbibel, Herstellung Lufft, gesehen im Gailtaler Heimatmuseum.


Spaltung kam - Heute Ökumene-Bemühungen
In seiner Auseinandersetzung mit dem katholischen Glauben seiner Zeit war es, wie in unterschiedlichen Abhandlungen zu lesen ist, nicht um Abspaltung hin zu einer neuen Religion gegangen, sondern um eine Reformation, eine Erneuerung oder eher Verbesserung des Katholizismus. Aber die Spaltung ließ sich nicht aufhalten. Hier die Reformisten oder Protestanten, dort die Katholiken. Die Entwicklung schwappte über und war je nach Land und Fürstentum anders.
Noch heute haben wir erdweit Länder und Regionen, in denen mehrheitlich die eine oder die andere Religion vorherrscht. Schon damals wurden teils ehedem katholische Kirchen in solche für Protestanten umgewandelt. Gab es schon vorher schlimme Auseinandersetzungen wie die Bauernkriege, war die schlimmste Folge schließlich der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, der teils grausam zwischen Evangelismus- und Katholizismus-Anhängern und Staaten geführt wurde und schließlich 1648 mit dem in Münster und Osnabrück geschlossenen „Westfälischen Frieden“ endete. Insgesamt aber haben wir Menschen daraus wenig gelernt: Heute beschäftigen uns immer noch Kriege und Grausamkeiten in vielen Teilen der Welt, eben auch solche, die auf unterschiedlichen Glaubensrichtungen beruhen und bei denen es außerdem wie wie immer um Ressourcengewinn und Machtstreben geht.

Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche änderte sich mit der Zeit ebenfalls. Man spricht von Säkularisierung, was grob die "Trennung von Kirche und Staat" bedeutet. Die Kirchen verloren weitgehend den Einfluss auf das Staatsgeschehen. Je nach Staat sind die Regelungen unterschiedlich.

Verschiedene Anschauungen, zum Beispiel beim Abendmahl, bestimmen stets noch die Unterschiede zwischen katholischem und evangelischem Kirchentum, außerdem gibt es in den Religionen selbst Unterschiede, ob beispielsweise von den orthodoxen Richtungen der katholischen Kirche bis hin zu den lutherischen und calvinistischen Richtungen sowie der verschiedenen Gemeinschaften der evangelischen Kirche. Zwischen katholischer und evangelischer Kirche gibt es seit Jahren den Gedanken der Ökumene (übersetzt ähnlich wie Gesamtheit, alle, besser noch "gemeinsam"), der zur Annäherung der Religionen beitragen soll. Seit Langem kennen wir auch schon gemeinsame Gottesdienste und von beiden Kirchen gemeinsam geprägte kirchliche oder sonstige Feiern.

Reformation im Siegerland
Im Siegerland hinterließ die Reformation im 16. Jahrhundert ebenfalls ihre Spuren. Je nach „Hauslinie“ oder anderer Verpflichtungen der Fürsten war man eher dem Katholischen oder dem Evangelischen nahe. Schaut man sich die *Daten des Landesbetriebs Information und Technik (IT.NRW) Nordrhein-Westfalen an, dann überwiegt im Kreis Siegen-Wittgenstein weitaus die Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche (gut 55 Prozent) im Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche (knapp 22 Prozent). Die Anteile sind je nach Ort verschieden. In der Nachbarschaft wie im Kreis Olpe ist es schon wieder ganz anders. Hier hat die katholische Kirche weitaus mehr Mitglieder als die evangelische. *Die Daten beruhen auf dem Zensus, der "Volkszählung", aus 2011! Man muss berücksichtigen, dass sie quasi "stichprobenartig" mit nachfolgenden Berechnungen durchgeführt wurde, es durch Zuzug mittlerweile auch viele Menschen anderer Glaubensrichtungen gibt und sich bei den christlichen Kirchen in den vergangenen Jahren die Zahl durch viele Kirchenaustritte deutlich verringert hat. Was hat sie zu Austritten bewogen? Sind es Zeichen schnelllebiger Zeit oder Oberflächlichkeit, Kirchensteuer oder einfach Desinteresse an der Kirche, was nicht gleichbedeutend mit Glaube sein muss? Wir wissen es nicht.



Die seit Jahrhunderten evangelische Nikolaikirche in der Siegener Oberstadt. Es ist die bekannte Kirche mit dem "güldenen Krönchen".  

Die Veränderung der christlichen Religionen zur Reformationszeit wird auch in Siegen deutlich durch die Veränderungen der beiden Hauptkirchen. Sowohl Nikolaikirche als auch die älteste Siegener Kirche, die Martinikirche, beide ehemals katholisch, sind bald nach der Reformation evangelische Gotteshäuser. So ist es zum Beispiel auch mit den ebenfalls sehr alten Kirchen wie in Oberholzklau und Oberfischbach. 


Die nach der Reformation evangelische Martinkirche in der Siegener Oberstadt.

Neben der lutherischen Lehre hat sich im Siegerland die calvinistische am weitesten verbreitet. Es gibt meist evangelisch-reformierte Kirchengemeinden. Das wirkte sich auf viele Lebensbereiche aus und ist in vielen Kirchengebäuden selbst zu sehen: Die Innenräume sind schlicht und eher schmucklos gehalten. Viele schätzen es anders: reich verzierte und geschmückte Kirchen, die dem „HERRN“ Aufwartung machen, ihm Freude bereiten sollen. Außerdem gibt es im Siegerland viele kleinere und größere Glaubensgemeinschaften mit mehr oder weniger veränderten Lehren oder Ansichten zu Evangelismus und Glauben. Dabei spielen auch der Pietismus sowie die Begriffe Frömmigkeit, fromm sein, eine Rolle, ohne hier auf Entwicklung und Einzelheiten einzugehen.




Evangelische Kirchen haben oft eine schlichte Ausgestaltung des Innenraumes. In der Martinikirche in Siegen gefällt der Altarraum mit der beschrifteten Decke.


Auswirkungen im Alltag
Die unterschiedlichen Glaubensrichtungen waren auch in der Vergangenheit bis in die 1960er Jahre zu spüren. Von Gläubigen dieser und jener Seite wurden so genannte Mischehen nicht gerne gesehen. Andere wurden als „Luthersche“ bezeichnet oder als nur „Katholik“ betitelt. Unsere katholischen Spiel- und Schulkameraden hielten die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag relativ streng ein, zum Beispiel dadurch, dass sie keine Klümpchen (Bonbons) aßen. Katholische Gläubige, die am Aschermittwoch in die Kirche gingen und danach das Aschekreuz auf der Stirn hatten, wurden von Andersdenkenden belächelt oder verhämt. Die katholischen Kirchen boten und bieten zum Teil mehrere Gottesdienste, Messen, Hochamt an, vor allem zum Wochenende hin zu unterschiedlichen Zeiten. Bei uns war und ist das meist - von Feiertagen abgesehen - auf den Sonntag beschränkt, zum Beispiel ab 9.30 oder 10 Uhr. Zu unserer Zeit gingen die Kinder anschließend zum anders und altersbezogen gestalteten Kindergottesdienst, sodass wir zum Mittagessen wieder zu Hause waren. 
Kirchgang hieß früher bei uns: Johanneskirche auf der Eintracht. Einmal war ein Missionar aus unserer Gemeinde da, der in Afrika war und von seinem Aufenthalt erzählte. Spannend. Besonders schön war es auch tur Adventszeit und zu Weihnachten. 
Wegen des Baus der Siegerlandhalle gab es die Kirche an diesem Ort dann irgendwann nicht mehr. Wir hatten dann das neue Gemeindehaus am Rosterberg für Gottesdienste und Konfirmandenunterricht.




Nach dem Ende der Johanneskirche auf der Eintracht nutzten wir für Gottesdienst und Konfirmationsunterricht das Gemeindehaus am Rosterberg.

Wie immer noch gingen wir Evangelischen zum Konfirmandenunterricht, heute kurz Konfi, der dann mit 14 oder 15 Jahren mit der Konfirmation, der offiziellen Aufnahme in die kirchliche Gemeinschaft, beendet war. Unter anderem lernten wir mit „Fragen“ nach dem Ende des 16. Jahrhunderts entstandenen „Heidelberger Katechismus“ mehr zu Bibel und Glaube. Auf die Fragen wie „Was ist Dein einziger Trost im Leben und Sterben?“ Kam dann „Dass ich mit Leib und Seele, beides ...“. Der Katechismus hatte eben auch direkt die Antworten. Viele mussten wir auswendig lernen. Aus dem Kopf, nicht auf das Smartphone schauend über eine App, die dann vielleicht "Katechismus-Fragen" geheißen hätte.
Schon viel früher, mit neun bis zehn Jahren gingen und gehen die katholischen Kinder nach Unterrichtung zu ihrer Erstkommunion. Beides war mit feierlicher Kirchenzeremonie und großen Familienfesten verbunden. Einige Jahre nach der Kommunion, mit um die 14, 15 Jahre kommt es dann bei den katholischen Jugendlichen zur endgültigen Aufnahme, der Firmung. Getauft waren wir alle. In der katholischen Kirche ist die Taufe wie es beispielsweise auch die Ehe ist, ein Sakrament, etwas Heiliges. Auf beiden Seiten waren die Vor-Schulungen nicht immer abwechslungsreich, sondern teils auch langweilig. "Nä, da hab ich heute keinen Bock drauf", würde man heute wohl sagen. Dennoch nahmen viele Jahre später die eigenen Kinder und Jugendlichen unserer Bekannten und unser Kind daran teil. Das war Teil unserer Tradition und Glaubenskultur. Bereut hat es kein Kind.Viele werden es wiederum weitergeben. 


Jahrhunderte alt, die Kirchen in Oberholzklau (l.), Ende des 12. Jahrhunderts erwähnt, und Oberfischbach, urkundlich erwähnt gegen Mitte des 14. Jahrhunderts.

Vielleicht irgendwann
Es ist anzunehmen, dass es zu einem Zusammenschluss der großen christlichen Kirchen noch einige oder viele Jahre Zeit braucht, wenn es überhaupt gelingt. Seit Jahrzehnten haben wir auch vor Ort mit anderen Kulturen und Religionen zu tun, mit Menschen, deren Geschichte, Glaube und Traditionen anders als unsere sind. Unsere Eltern und wir konnten mit den jeweils anderen gut zusammenleben, selbst mit denen, die keiner der Kirchen angehörten.Von damals bis heute gab und gibt es dadurch keinerlei Probleme in Freundschafts-, Bekannten- und Nachbarschaftskreisen. Toleranz und gelebtes Miteinander sind wichtige Werte. Jeder muss nach seiner Fasson leben und glauben, seinen Weg zum Glücklich- und Zufriedensein finden, unabhängig von den vielen Fährnissen und Rückschlägen während des Lebens. Wir Christen glauben schließlich nicht an Kirchen, sondern an Gott und seinen Sohn Jesus. Das aber tun wir je nach eigenem Wunsch im stillen Kämmerlein, in der Kirche und im Gebet. So eint schließlich der Glaube an sich.

Zahlreiche Veranstaltungen
Bereits seit Monaten gibt es zahlreiche Veranstaltungen im Siegerland rund um die Reformation. Am Reformationstag selbst, 31. Oktober, stehen die verschiedensten Gottesdienste, auch ökumenisch, auf dem Programm. Besonderes wie Jazzgottesdienst, Theatergottesdienst und mehr in unterschiedlichsten Räumlichkeiten sind auch dabei. Eine „Regionale Kirchennacht“ – warum ist sie in Englisch als "ChurchNight" angekündigt,wo es doch gerade Luther wichtig war, für ein verständliches Deutsch zu sorgen?  – wird ebenfalls gefeiert, zum Beispiel in der evangelischen Kirche Niederschelden und in der Johanneskirche in Oberfischbach. Weitere Konzerte, Predigtreihen, Gottesdienste und anderes gibt es darüber hinaus noch im November und Dezember. Das gesamte Veranstaltungsprogramm können Sie über die Internetseite des Kirchenkreises aufrufen:

Seit nun 500 Jahren gibt es die Reformation mit allen Veränderungen, Zerwürfnissen und Auseinandersetzungen in den früheren Jahrhunderten bis heute. Im Jahr 2017 gedenken viele dieses Ereignisses, das wegen der verschiedenen Ausrichtungen die kirchlichen Lehren und wohl ebenfalls die Welt verändert hat. Unterschiede gibt es immer noch. Der Glaube selbst ist aber eher persönlich und hat für jeden etwas dabei, wie im Lied „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Not ...“.   Jürgen Weller



(Zusammengetragen nach eigenen Erfahrungen und Kenntnissen. Daten und Details teils mithilfe von wikipedia.org und it.nrw.de. Es war seltsamerweise schwer möglich, genauere Zahlen zum Anteil evangelischer und katholischer Bevölkerung per Internet zu recherchieren. Deshalb belassen wir es bei den Angaben von 2011! Im Großen und Ganzen geht es auch weniger um Zahlen, sondern um einen allgemeinverständlichen kurzen Abriss zur Reformation mit Einbindung des Siegerlandes. Irrtum vorbehalten. (Alle Fotos, Repros aus verschiedenen Jahren. (c) buch-juwel und presseweller)  

Früheres und Aktuelles, einschließlich einer Online-Galerie mit Siegerländer Bildern, gibt es auf den ohne Anmeldung zugänglichen Seiten von www.buch-juwel.de

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Die neue Online-Galerie und Facetten des Herbstes im Siegerland im neuen Video


In Raum 30 der Galerie geht es um den Backes in Trupbach. (Bild: presseweller)


Die Galerie Seejerlänner von Buch-Juwel mit 31 Räumen/ Herbstliches


Siegerland. 12. Oktober 2017 (DiaPrw). Als wir im späten Herbst durchs junge Siegtal bei Nenkersdorf und Walpersdorf fuhren, dachten wir, wie verändert die Wälder jetzt doch in ihrer bräunlichen Tönung aussehen. Es ist der Reiz der Laub- und Mischwälder, zu denen sich auch noch die Hauberge gesellen, die mit zu diesen Farbveränderungen beitragen. Je nach dem, wie früh oder spät im Herbst man hinschaut, gibt es immer wieder eine andere Farbfülle, die bis zu nahezu knalligem Rot und Gelb geht, aufgelockert durch das Grün der Fichten und Tannen. Das aber ist nur eine Facette des Herbstes. Die andere sind wolkig-diesige Wetterlagen mit Regen und auch Herbststürmen. Alles hat seinen Reiz, festgehalten in einigen Bildern.

In seinem Amateur-Video hat der Verlag Buch-Juwel einige dieser Szenerien, von intensiv gefärbten Landschaften bis zu rauschenden Windtagen zusammengetragen, ein Kaleidoskop des Herbstes. Auf der Seite „Magazine, Videos ...“ kann der Film unter „Videos“ bei www.buch-juwel.de ohne Anmeldung aufgerufen und angeschaut werden.

Idee zur Online-Galerie umgesetzt
Vor Monaten hat man bei Buch-Juwel begonnen, die Idee einer Online-Galerie zum Siegerland umzusetzen, Buch-Juwels Galerie Seejerlänner. Seit Beginn wurde sie laufend ergänzt. Inzwischen sind auf 32 Seiten 31 Räume, inklusive eines Cafés, mit Bildern und modernen Gestaltungen, mit Stillleben, Landschaften und Traditionellem wie Backhäusern – Backes – und ehemaligen Kapellenschulen und anderem Typischen gefüllt, bis hin zum Riewekooche. Es geht nach Siegen und ins Netpherland, rund um Freudenberg sowie in den Wilnsdorfer und Hilchenbacher Bereich.
Die Galerie ist als Magazin zum Blättern angelegt. Sie können ganz in Ruhe schauen und lesen. Alles Darstellungen sind kurz erläutert. Wenn es zu klein erscheint, nutzen Sie die Vergrößerungsmöglichkeiten für die jeweilige Seite.

Die aktuelle Galerie Seejerlänner rufen Sie über „Siegerland-Forum“ auf  http://buch-juwel.de/Siegerland-Forum/siegerland-forum.html direkt auf. Ohne Anmeldung und frei zum Schauen!

Klar, auf den Buch-Juwel-Seiten gibt es noch vieles mehr zu gucken oder aufzurufen!

Dienstag, 4. Juli 2017

Siegtal Pur lockte wieder Radler und Co.



Auf der HTS in Siegen in Höhe des Eintrachtbereiches, Richtung Eiserfeldf. Auch für Familien viel Platz zum Radeln. (Foto: presseweller)

Siegen. 4. Juli 2017 (DiaPrw). Am Sonntag, 2. Juli, ging das Radereignis "Siegtal Pur - autofreies Siegtal" über die Bühne und lockte bei angenehmen Temperaturen und teils bewölktem Himmel  wieder viele Radler, Skater und Spaziergänger auf die rund 125 Kilometer lange autofreie Strecke zwischen der Siegquelle und der Mündung bei Siegburg. Unterwegs waren auch wieder viele Familien mit Kindern. Zwar sah es auf der Strecke nicht immer proppevoll aus, wie auch Medien aus dem unteren Siegverlauf berichteten, was aber auch seine Vorteile hat. Dann gibt es auch kein Gedränge.

Samstag, 10. Juni 2017

SiegtalPur - Autofreies Tal für Radfahrer

Hinweise von Buch-Juwel und Bike-Click zum Radtag am 2. Juli




Wer von Streckenbeginn an dabei sein will, muss im Rothaargebirge auf über 600 Metern Seehöhe an der Siegquelle starten. (Alle Fotos: (c) presseweller)

Siegen. 9. Juni 2017 (DiaPrw). In den Wohngebieten auf den Siegener Bergen sammeln sich kleine Grüppchen, Ältere, Jugendliche und Kinder, Familien, Freunde, Bekannte. Ihr gemeinsames Merkmal: Alle haben ein Fahrrad dabei. So wie schon in vielen Jahren vorher hat das einen Grund: SiegtalPur, das Radereignis. Am Sonntag, 2. Juli, von 9 bis 18 Uhr ist es wieder soweit. Das Besondere daran ist, dass laut den Veranstalterhinweisen die gesamte Talstrecke der Sieg, von der Quelle im Rothaargebirge oberhalb von Walpersdorf bis nach Siegburg, autofrei ist, Teilbereiche der HTS (Hüttentalstraße) eingeschlossen. Den beliebten Freizeitspaß für Fahrradfahrer, Inline-Skater, Wanderer und Spaziergänger gibt es seit vielen Jahren und erfreut sich regr Teilnahme. Insgesamt können auf direkter Strecke gut 125 Kilometer abgespult werden. Natürlich kann jeder ganz nach Wunsch auch Teilstrecken fahren.

Bei SiegtalPur muss niemand die gesamte Strecke abspulen. Die eigene Fitness sollte entscheiden, wie weit man mit dem Fahrrad oder E-Bike fahren will. Die Strecke führt von der Siegquelle auf gut 600 Metern Höhe bergabwärts und führt teils in Sichtweite an der Sieg entlang. Zum Teil muss man je nach Örtlichkeit und gewähltem Fahrweg auch einmal etwas fester in die Pedale treten. „Wir sind von Siegen bis Betzdorf gefahren,“ erzählt eine über 50-jährige Radlerin von ihrer Gruppentour vor einigen Jahren. „Mit dem kleinen Klapprad war es zum Beispiel im Bereich Brachbach, Mudersbach teils schon anstrengend, aber insgesamt hat es großen Spaß gemacht.“
Auch gerade für diejenigen, die mit Kindern unterwegs sind, bietet es sich an, Hin- oder Rückweg mit der Bahn zu fahren. Entweder zum üblichen Fahrplan des Regional-Express (RE) mit Zustieg an den Haltestellen oder mit den Sonderzügen, die den Hinweisen nach mit speziellen Fahrradanhängern ausgerüstet sind.

Schöne Ausblicke/ Zum Teil über die HTS

Viele Siegerländer werden die Straße von der Siegquelle ins Tal kennen. Dennoch der Hinweis: Die Strecke ist steil und kurvenreich, außerdem ist der Straßenzustand, teils mit Schlaglöchern und Co., nicht gut. Deshalb ist vorsichtiges und keineswegs zu schnelles Fahren angesagt.
Für viele ist interessant, dass sie an diesem Tag im SiegtalPur-Bereich auch über die HTS, die Hüttentalstraße, fahren können, die sonst den motorisierten Fahrzeugen vorbehalten ist. In diesem Jahr geht sie sogar ein Stück weiter und mit noch einem Tunnel mehr als bisher bis ans Ende von Niederschelden/ Anfang Niederschelderhütte. Tipp: Von mehreren Punkten bieten sich schöne Ausblicke, zum Beispiel zwischen Weidenau und Siegen auf die Siegener Altstadt mit Nikolaikirche und Oberem Schloss sowie hinter Brachbach auf die Freusburg! Eine gute Gelegenheit für Fotos. Zum Fotografieren bestehen aber noch viel mehr Möglichkeiten auf der Gesamtstrecke.



Ab so etwa Brachbach kann man die Freusburg sehen. 

Strecken nach Wunsch

Jeder kann selbst entscheiden, ob er nur eine Etappe oder bis Siegburg fährt. Deshalb nehmen auch viele Familien teil. Sie suchen sich ihre Strecken aus, die auch für die Kinder je nach Alter noch gut machbar sind. So sind es zum Beispiel von der Siegquelle bis nach Siegen rund 26 Kilometer – vorbei am Kohlenmeilerplatz bei Walpersdorf; von Siegen nach Betzdorf etwa 24 Kilometer; von Siegen bis Wissen rund 42 Kilometer und so weiter.
Wer sich nicht zur Siegquelle hochquälen will: Dem SiegtalPur-Flyer nach steht ab 8.30 Uhr ab dem Bahnhof Siegen wieder ein kostenpflichtiger Shuttle-Service mit Bussen und LKW für Personen und Rädern zur Verfügung. Für Erwachsene mit Rad kostet das vier, für Kinder drei Euro.
Nun tummeln sich nicht nur Radler auf den Kfz-freien Straßen, sondern auch Inliner, Jogger, Spaziergänger. Es gibt zahlreiche Stationen mit Aktionen sowie Verpflegungsstände, Erste-Hilfe-Einrichtungen und Fahrrad-Service.


Klar, Rast muss auch sein.

Kleinen und großen Radlern raten wir, unbedingt einen Helm zu tragen. Auch für Inliner und Fußgänger auf der Strecke gilt: Sicherheit geht vor, Rücksicht auf andere nehmen.

Kfz-Fahrer müssen sich im Gebiet von 7 bis 19 Uhr auf Sperrungen und Umleitungen einrichten. Man sollte sich informieren. Weiträumige Umfahrung ist empfehlenswert. 
Ausrichter von „SiegtalPur“ sind unter anderem die anliegenden Kreise, Städte und Gemeinden. Informationen gibt es im Internet unter www.naturregion-sieg.de, wo auch der Flyer aufgerufen und heruntergeladen werden kann. Für telefonische Informationen zum Streckenbereich Netphen – Niederschelden wird die Nummer (0271) 333 10 20 angegeben. (jw)

Ausflugstipps und mehr zum Siegerland erhalten Sie über www.buch-juwel.de
Zu Fotos bitte anfragen.
Hinweise: Dem Bericht liegen außer eigenen Erfahrungen, Kenntnissen und Recherchen die Angaben aus der Internetseite „naturregion-sieg.de“ zu „SiegtalPur“ zugrunde sowie Informationen aus dem dort abrufbaren Flyer. Es kann von hier daher weder eine Gewähr für die Durchführung dieses Tages noch zu Bahn- und Busdiensten und anderem gegeben werden. Kilometerangaben sind ungefähr. Irrtum bleibt stets vorbehalten.  

Dienstag, 2. Mai 2017

Neues Magazin: Seejerlänner Redensarten


Titel des neuen Online-Magazins „Seejerlänner Redensarten“. (Bilder: presseweller)



„Wo Eiche waase ..“ ergänzt die bisherige Reihe von Buch-Juwel


2. Mai 2017. (DiaPrw). Mit dem neuen 14-seitigen Online-Magazin „Seejerlänner Platt: Redensarten“ ergänzt der Verlag Buch-Juwel (www.buch-juwel.de) die bisherige Reihe seiner Mundart-Spezialtitel „Seejerlänner Esse“ und „Seejerlänner Schempfwörrer“ zum Trio für Mundartfreunde, also „Total Seejerlännisch“.

Das Titelbild mit den Eichen des neuen Magazins trägt den Schriftzug „Wo Eiche waase ...“. Der wird natürlich auf Seite 2 gleich ergänzt „… doa sinn och Mensche, die doabie basse“ (Wo Eichen wachsen, da sind auch Menschen, die dazu passen). In diesem Zusammenhang kommt hier auch der Spruch eines alten Freundes in Erinnerung: „Was stört es eine Siegerländer Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr kratzt?!“ Irgendwie schön. Im hier und da mit Bildern aufgelockerten Magazin finden sich natürlich zahlreiche Aussagen, einschließlich der bekannten Begrüßung „Gon Morje, ihr Saujonge“.


Mundart-Trio aus Essen, Schimpfwörtern und, aktuell, Redensarten.


„Seejerlänner Redensarten“ kann ohne Anmeldung über die Seite „Magazine, Videos, Blogs“ unter „Magazine“ aufgerufen und gelesen werden, ebenso wie „Esse“ und „Schimpfwörter“. Außerdem gibt es auf den Seiten eine riesige Liste mit Mundartwörtern, also alles „Total Seejerlännisch“.



Dienstag, 28. Februar 2017

Siegerland zwischen Winter und Frühling


Mal im Sonnenglanz und mal im Schnee/ Der Duft der Wälder



Der Siegener Häusling im Sonnenschein unter blauem Himmel, im anderen Jahr Schlittenpartie am Eisernhardt.  (Fotos/ Montage: presseweller)


28. Februar 2017. Noch kann sich das Wetter nicht entscheiden: Ist der Jänner mit hier und da dickem Schnee im Siegerland vorbei, dann dauert es meist bis Ende März und nicht selten noch bis weit in den April hinein, bis sich das Wetter als frühlingshaft etabliert hat. So war es bereits zur Kindheit. Ende Februar fuhren wir zum Beispiel noch Schlitten auf der langen Bahn am Eisernhardt oder am Giller, in anderen Jahren war es um diese Zeit schneefrei, und die Sonne schien vom blauen Himmel und wärmte. Der Winter konnte sich aber auch ausdehnen, sodass wir die Ostereier im Schnee suchen mussten. Das freilich kam nicht nur in den 1950er- und -60ern vor, sondern erlebten wir auch schon in verschiedenen vorigen Jahren.

So ab der dritten Dezemberwoche werden die Tage länger. „Jeden Tag einen Hahnenschrei“, sagte der Vater. Im neuen Jahr ab Ende Januar/ Mitte Februar wärmt die Sonne merklich intensiver, schließlich hat sich durch die längeren Tage im Prinzip auch mehr Zeit. Die ersten Boten der erwachenden Natur sind die Schneeglöckchen, und bald schon lugen die Krokusse bunt im Garten aus der Erde hervor, als wollten sie erst einmal nachschauen, ob der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich in voller Pracht zu entfalten, unsere Augen zu erfreuen und unsere Sinne zu Frühlingsgedanken anzuregen. Ist doch das Frühjahr, der Lenz, die Zeit, in dem die Winterruhe dem Ende zugeht und ein neues Werden beginnt, auf das die Natur hinarbeitet. Zwischen Winter und Frühjahrsbeginn setzen die Bäume ihr erstes zartes Grün auf, die Vögel sind aus den Winterquartieren zurück und fallen Morgen für Morgen in ein lautes Gezwitscher wie ein Rufen und Jubilieren. Und nach und nach wird ihr Tisch immer üppiger gedeckt sein, sodass es für sie und baldigen Nachwuchs reichen mag.


Wenn die Krokusse blühen, ist der Frühling nah. 

Bunte, duftende Wälder - Erinnerungsorte

Im Siegerland fällt es nicht schwer, sich in die Waldgemarkung aufzumachen, weil es überall um die Wohnsiedlungen herum reichlich davon gibt, ob auf den Siegener Bergen oder im Freudenberger Land, ob in Kreuztal bis zum Kindelsberg hinan und weiter oder rund um Hilchenbach, Burbach, Neunkirchen, Niederschelden oder im Netpher Land. Das Land ist gesegnet mit Natur, Büschen und Wäldern, die sich mal mit ausgewachsenen Buchen, Eichen und Birken zeigen, mal als Niederwald für die Haubergswirtschaft, oft als Mischwald und natürlich auch als „dunkler“ Nadelwald. Je nach Gemarkung wachsen auch Ahorn, Haselnuss, Weiden, Linden, Ulmen, üppige Holunderbüsche und vieles andere. Wenn das Jahr in den Märzen geht, ahnen die Wälder den Frühling, sind hier und da mit weichen Moosteppichen belegt und erfreuen mit weißen Buschwindröschen.
Wir horchen auf, wenn ein Vogel pfeift, trällert oder ein Specht emsig hämmert, um eine Höhle in einen Baum zu schlagen, alles dazu angetan, vereint mit den zarten Farben und diesem besonderen Duft des Waldes, unser Gemüt zu erfreuen. Gerne nehmen wir das intensiv auf und lassen manches Mal den Kopf an Märchen erinnern, an Elfen und Waldgeister, an Rotkäppchen und Hänsel und Gretel.


Wälder der Kindheit, hier auf der Eremitage, sind Erinnerungsorte. 

Viele werden noch daran zurückdenken, wenn Vater uns oder dem Enkel im Frühling eine kleine Flöte oder Pfeife aus einem Stück Weidenholz mit Kerbe und Zugstück baute, so dass wir fast, nur fast, so tirilieren konnten wie die Vögel. Welch eine Freude!

Und so sind die Wälder unserer Kindheit zugleich ein Stück schöner Erinnerungen, die gleich wieder aufflammen, wenn wir Jahre später einen Spaziergang durch „unseren Wald“ machen, der unser Leben ein gutes Stück bereichert hat.                  Georg Hainer  


Hinweis: Über unsere ohne Anmeldung aufrufbare Internetseite www.buch-juwel.de gelangen Sie zu zahlreichen Beiträgen rund ums Siegerland, zu Gedichten und Geschichten sowie Magazinen.

Samstag, 11. Februar 2017

Magazin: Winter im Siegerland


Auf der Höhe zwischen Wilnsdorf und Wilden gab es Ende Januar diesen Blick zur verschneiten Landschaft. Die Abbildung ist eine Collage zum Originaltitel des Magazins. 


Bei Buch-Juwel führt der Schneemann durchs Land


11. Februar 2017. Siegerland (DiaPrW). Seejerlänner wissen es seit Generationen: Schnee, das ist im Landstrich an der Sieg auch in der Neuzeit kein Fremdwort. Verschieden sind je nach Jahr die Zeiten, wann es zum ersten Mal schneit, wie lange Schnee und Frost erhalten bleiben und die Schneehöhen. Da kann es richtig "dicke" kommen. Auch noch im März. Im brandneuen zehnseitigen Online-Magazin von Buch-Juwel (www.buch-juwel.de) sind Bilder aus verschiedenen Jahren zu sehen, vom dick verschneiten Tann bis zum weiten Blick übers Land. Das Magazin kann ohne Anmeldung aufgerufen und angeschaut werden.
Ob romantischer Nadelwald, weite Blicke wie vom Rödgen zur Haincher Höhe oder vom Eisernhardt über Eisern, Schneemann in Rinsdorf, Szenen bei Rudersdorf, auf der Ginsberger Heide und mehr lassen ein Stück Schnee und Winterzeit „em Seejerland“, im Siegerland, erleben.
Das Magazin kann über die Seite „Magazine“ auf buch-juwel.de aufgerufen werden.

Wer ein bisschen weiter unten unter Videos schaut, findet – mit zum Teil anderen Bildern – auch ein Video zum Thema. Es ist ebenfalls ohne Anmeldung aufrufbar und kann frei angeschaut werden.  

Montag, 2. Januar 2017

Neu: 23. Psalm in Siegerländer Mundart in Sprachversion zum freien Hören


Den 23. Psalm "Der gute Hrte" gibt es jetzt als "Dr goore Hirde" auch zum Hören in Siegerländer Mundart, in Seejerlänner Platt". (Foto: presseweller)

Bei Buch-Juwel sind für 2017 weitere Text-Vertonungen geplant/ Bibeltexte, Gedichte und Geschichten in Seejerlänner Platt


Siegen. 2. Januar 2017 (DiaPrW). Nach einer Anfrage, ob es die Mundart-Texte der Siegerland-Bücher des Verlages Buch-Juwel nicht auch als vertonte Version gebe, hat man sich beim kleinen Siegener Verlag entschlossen, in 2017 den einen und anderen Text in Sprachversion aufzuzeichnen, in Siegerländer Mundart, „Seejerlänner Platt“. Gerade noch zu Weihnachten erschien die Geburtsgeschichte, die „Weihnachtsgeschichte“ nach dem Lukas-Evangelium, als Text zum freien Aufruf in einer neueren, eng an den Bibeltext angelehnten Überarbeitung von Autor Georg Hainer. In 2017 soll es verschiedene Geschichten nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Hören geben. Den Anfang macht der dem aktuellen Buch „Riewekooche, Glonk un Alldaachsläwe“ entnommene Mundarttext zum 23. Psalm, „Der goore Hirde“. Die gesprochene Version kann ohne Anmeldung und frei zum Hören über www.buch-juwel.de aufgerufen werden.

Hören, wie „Seejerlänner Platt“ klingt, das ist jetzt über die Internetseiten von Buch-Juwel möglich. „Hintergründe dafür sind, dass im Siegerland gegenüber früheren Zeiten nicht mehr so oft in Mundart geredet wird und dass die geschriebenen Texte nicht so einfach zu lesen sind, wenn man aus der sprachlichen Übung ist“, heißt es seitens des Verlages. Wegen der teils anderen Laute gibt es auch oft ungewohnte Buchstabenkombinationen. In der vertonten Version hört man den Klang der Wörter und Sätze. Es kann aber durchaus sein, dass der eine oder andere Begriff je nach Dorf anders ausgesprochen wird. Für 2017 sind weitere Vertonungen von Gedichten, kurzen Geschichten und bekannten Bibeltexten geplant.

Alles ohne Anmeldung
Der vertonte 23. Psalm in Mundart kann direkt über die Seite „Direktaufruf „ unter „Magazine, Videos, Blogs“ bei Buch-Juwel angeklickt und frei gehört werden: http://www.buch-juwel.de/Magazine_-_Videos_-_Blogs/Direktaufruf-/direktaufruf-.html
Über die Buch-Juwel-Seiten kann ebenfalls die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium in Siegerländer Mundart frei zum Lesen aufgerufen werden sowie vieles andere rund ums Siegerland. 


Beim Verlag gibt es Bücher, Poster, die große Mundart-Liste, Magazine und Gedichte. http://www.buch-juwel.de